Gesamtamerika

3,52

Regelmäßige Rechtsverletzungen

Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr

Die Situation der Arbeitnehmer in Nord-, Mittel- und Südamerika hat sich im Jahr 2022 mit einem Anstieg von 3,48 auf 3,52 verschlechtert und liegt damit zwischen regelmäßigen und systematischen Rechtsverletzungen. In vielen Ländern, wie zum Beispiel Argentinien, Ecuador, Guatemala, Honduras und Kolumbien wurden Gewerkschafter*innen und Beschäftigte gewaltsam angegriffen.

Auf einen Blick

92%

92% der Länder haben das Streikrecht verletzt.

Gegenüber 88% im Jahr 2021
76%

76% der Länder haben das Tarifverhandlungsrecht verletzt.

Gegenüber 72% im Jahr 2021
76%

76% der Länder haben Beschäftigte vom Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften ausgeschlossen.

Gegenüber 72% im Jahr 2021
77%

77% der Länder in Gesamtamerika haben Beschäftigten den Zugang zur Justiz verweigert.

Gegenüber 76% im Jahr 2021
52%

52% der Länder haben Beschäftigte verhaftet und inhaftiert.

Gegenüber 56% im Jahr 2021
36%

In 36% der Länder in der gesamtamerikanischen Region waren Beschäftigte gewaltsamen Angriffen ausgesetzt.

Gegenüber 40% im Jahr 2021
88%

88% der Länder haben die Zulassung von Gewerkschaften behindert.

Unverändert gegenüber 2021
24%

24% der Länder in Gesamtamerika haben die Rede- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt.

Gegenüber 20% im Jahr 2021

Arbeitnehmer*innen wurden ermordet in Kolumbien, Ecuador, Guatemala und Haiti.

Arbeitnehmerrechtsverletzungen

StreikrechtStrafverfolgung führender Gewerkschaftsvertreter*innen wegen Streikbeteiligung

92%

92% der Länder haben das Streikrecht verletzt.

Gegenüber 88% im Jahr 2021

Strafverfolgung führender Gewerkschaftsvertreter*innen wegen Streikbeteiligung

Am 8. Oktober 2021 haben die Beschäftigten des Chevrolet-Werks von General Motors in São Caetano do Sul in Brasilien gestreikt, nachdem die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über Lohnanpassungen gescheitert waren. Nachdem sich die Gewerkschaft zu dem Streik entschlossen hatte, fand eine Schlichtungsverhandlung vor dem regionalen Arbeitsgericht statt, bei der es allerdings zu keiner Einigung zwischen den Parteien kam. Am 21. Oktober erklärte das Landesarbeitsgericht den Streik für illegal. Die Gewerkschaftsversammlung beschloss, den Streik fortzusetzen. Wegen möglicher rechtlicher Schritte gegen die Streikenden mussten die Beschäftigten jedoch die Arbeit wieder aufnehmen, ohne dass es eine Lösung für ihre Forderungen gab.

Strafverfolgung führender Gewerkschaftsvertreter*innen wegen Streikbeteiligung

In Ecuador kam es in mindestens drei Orten zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Arbeitnehmern, die am 26. Oktober 2021 im Rahmen des nationalen Streiks gegen die Regierung demonstrierten. In Imbabura im Kanton Peguche setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, um die Menschen zu vertreiben. Zu den Demonstrationen hatten die Vereinigte Arbeiterfront (FUT), die Volksfront (FP) und die Konföderation der indigenen Volksgruppen (CONAIE) aufgerufen. Zu den Forderungen gehörten das Einfrieren der Treibstoffpreise und die Unterstützung des kürzlich von der FUT dem Parlament vorgelegten Entwurfs eines Arbeitsgesetzes sowie die Ablehnung des geplanten Gesetzes über die Schaffung von Arbeitsplätzen. Landesweit wurden mindestens 37 Demonstrierende festgenommen.

Strafverfolgung führender Gewerkschaftsvertreter*innen wegen Streikbeteiligung

Ende 2020 wurde den Beschäftigten des Zementwerks Ash Grove Ciment in Joliette (Quebec/Kanada), mitgeteilt, dass zwei der vier Brennöfen geschlossen werden sollten, wodurch mindestens die Hälfte ihrer Arbeitsplätze in Gefahr war. Obwohl die Tarifverhandlungen noch liefen, wurden die Mitglieder der Gewerkschaft Unifor am 22. Mai 2021 unrechtmäßig aus dem Werk ausgesperrt. Gemeinsam mit der Quebec Federation of Labor und ihren Mitgliedern in der gesamten Provinz Quebec organisierte Unifor eine Reihe von Solidaritätsaktionen.

Als Reaktion auf die Mobilisierung der Gewerkschaft hat die Unternehmensleitung von Ash Grove eine neue einstweilige Verfügung zur weiteren Einschränkung von Gewerkschaftsaktionen erwirkt. Das Unternehmen reichte außerdem eine Klage in Höhe von 2,6 Mio. CA$ (ca. 2,1 Mio. US$) wegen Produktionsausfällen und Maschinenschäden ein und entließ zwei Mitglieder der Ortsgruppe 177, einschließlich eines Mitglieds des Verhandlungsausschusses.

Ash Grove Ciment gehört zu CRH Canada, das 4.000 Menschen in 100 Produktionsstätten beschäftigt. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als 76.000 Menschen an über 3.000 Standorten in 29 Ländern.

StreikrechtEntlassungen wegen Streikbeteiligung

92%

92% der Länder haben das Streikrecht verletzt.

Gegenüber 88% im Jahr 2021

Entlassungen wegen Streikbeteiligung

Anfang 2022 entließ die Centri Group S.A. in Haiti etwa 60 Beschäftigte, die wegen unfairer Lohnpraktiken in der Bekleidungsindustrie protestiert hatten. Im Januar 2022 hatte ein Bündnis von Gewerkschaften den Premierminister aufgefordert, den Mindestlohn in der Bekleidungsindustrie von 500 Gourdes pro Tag (4,80 US-Dollar) auf 1.500 Gourdes zu erhöhen. Die Proteste wurden von der Polizei brutal bekämpft. Sie setzte Tränengas ein und schlug die Protestierenden vor der SONAPI-Freihandelszone in Port-au-Prince mit Schlagstöcken.

In den letzten Monaten lag die Inflation in Haiti bei 23%. In der Bekleidungsindustrie sind die Löhne in den letzten drei Jahren gleichgeblieben, und die Arbeitnehmer*innen verdienen weniger als ein Drittel von dem, was sie zum Überleben brauchen.

Entlassungen wegen Streikbeteiligung

In Kanada haben die Regierungen auf Bundes- und Provinzebene häufig Gesetze zur Arbeitspflicht genutzt, um Streiks zu beenden. Ein Beispiel: Die Regierung Kanadas verabschiedete ein Gesetz zur Wiederaufnahme der Arbeit, um einen Streik der von der Canadian Union of Public Employees (CUPE) vertretenen Beschäftigten im Hafen von Montreal am 30. April 2021 zu beenden. Der Gewerkschaft war es nach fast dreijährigen Verhandlungen nicht gelungen, einen neuen Tarifvertrag abzuschließen. Die Gewerkschaft rief zu dem Streik auf, nachdem der Arbeitgeber, die Maritime Employers' Association, der Gewerkschaft mitgeteilt hatte, dass er sich nicht mehr an die im Tarifvertrag festgelegten Arbeitsschutzbestimmungen halten würde, und begann, einseitig Überstunden im Hafen anzuordnen.

In ähnlicher Weise ging die Regierung von New Brunswick Anfang November 2021 gegen streikende Beschäftigte im öffentlichen Dienst mit Hilfe des „Back-to-work“-Gesetzes vor. Rund 22.000 CUPE-Mitglieder aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes streikten in der Provinz. Die Regierung griff auf Notstandsgesetze zurück, um die Mitglieder von drei streikenden Tarifeinheiten im Gesundheitswesen (CUPE 1251, CUPE 1252 und CUPE 1190) zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz zu zwingen. Die Anwendung von Gesetzen zur Wiederaufnahme der Arbeit durch die Bundesregierung und die Regierung von New Brunswick verstößt gegen das in der kanadischen Charta der Rechte und Freiheiten geschützte Streikrecht der Beschäftigten.

Entlassungen wegen Streikbeteiligung

Im kanadischen Edmonton werden die Mitglieder der Boilermakers Lodge 146 seit Juni 2020 von ihrem Arbeitgeber CESSCO Fabrication and Engineering Ltd., einem Stahlunternehmen, ausgesperrt. Im vergangenen Jahr hat der Arbeitgeber Ersatzarbeitskräfte eingestellt und gleichzeitig die Canada Emergency Wage Subsidy erhalten, eine Pandemiebeihilfe, die den Arbeitgebern von der kanadischen Regierung gezahlt wird, offiziell um die Lohnkosten zu decken. Der anhaltende Einsatz von Ersatzarbeitskräften hat die Aussperrung verlängert. Vor der Aussperrung hatte die Gewerkschaft über zweieinhalb Jahre lang um einen Vertrag verhandelt.

Recht auf Gerechtigkeit

77%

77% der Länder in Gesamtamerika haben Beschäftigten den Zugang zur Justiz verweigert.

Gegenüber 76% im Jahr 2021

Recht auf Gerechtigkeit

In einer Justizposse wurde der venezolanische Gewerkschafter Rodney Álvarez am 11. Juni 2011 wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt. Bis heute bemüht er sich um einen fairen Prozess, wobei ihm im Gefängnis schlimme Umstände drohen.

Im Jahr 2011 wurde Álvarez wegen des mutmaßlichen Mordes an dem Arbeiter Renny Rojas während einer Arbeiterversammlung auf dem Gelände des staatlichen Unternehmens Ferrominera Orinoco der Corporación Venezolana de Guayana (CVG) angeklagt. Die Versammlung fand statt, weil eine Kommission gewählt werden sollte, die mit der Durchführung von Vorstandsneuwahlen für die Gewerkschaft Sintraferrominera beauftragt war.

Das Verfahren gegen Rodney Álvarez ist Ausdruck der fehlenden Gewaltenteilung im Lande und zeigt eine eindeutige Rechtsverweigerung: nach acht Unterbrechungen und bis zu 25 Vorverhandlungen wurde Álvarez in den mehr als zehn Jahren, in denen er in Untersuchungshaft saß, dreimal mit Messern und Schusswaffen angegriffen. Diese Angriffe wurden völlig ungestraft verübt. In den Gerichtsakten gab es keinen Beleg dafür, dass Álvarez bewaffnet war, geschweige denn, dass er die Schüsse abgab. Der Richter wies auch alle Zeugen der Verteidigung ab, die am Tatort anwesend waren und sahen, dass eine andere Person den Mord begangen hat. Die Aussage des Nationalgardisten, der zum Zeitpunkt der Tat in dem Unternehmen Dienst hatte und erklärte, er habe die andere Person wegen der Schüsse festgenommen, wurde nicht zur Kenntnis genommen.


Recht auf Gerechtigkeit

In Honduras wurde das allgegenwärtige Klima der Unterdrückung, physischen Gewalt und Einschüchterung von Arbeitnehmern und Gewerkschaftern noch dadurch verschärft, dass die Regierung zahlreiche historische Fälle von Morden und anderen Gewaltverbrechen nicht verfolgte. Das System der Arbeitsgerichtsbarkeit war nach wie vor unzulänglich, und nur eine Handvoll der Hunderte von Mordfällen wurde - meist erst viele Jahre später - aufgeklärt.

Recht auf Gerechtigkeit

In Kolumbien wurde das allgegenwärtige Klima der Unterdrückung, physischen Gewalt und Einschüchterung von Arbeitnehmern und Gewerkschaftern noch dadurch verschärft, dass die Regierung zahlreiche historische Fälle von Morden und anderen Gewaltverbrechen nicht verfolgte. Das System der Arbeitsgerichtsbarkeit war nach wie vor unzulänglich, und nur eine Handvoll der Hunderte von Mordfällen wurde - meist erst viele Jahre später - aufgeklärt.

Recht auf Gerechtigkeit

In Guatemala wurde das allgegenwärtige Klima der Unterdrückung, physischen Gewalt und Einschüchterung von Arbeitnehmern und Gewerkschaftern noch dadurch verschärft, dass die Regierung zahlreiche historische Fälle von Morden und anderen Gewaltverbrechen nicht verfolgte. Das System der Arbeitsgerichtsbarkeit war nach wie vor unzulänglich, und nur eine Handvoll der Hunderte von Mordfällen wurde - meist erst viele Jahre später - aufgeklärt.

Recht auf Tarifverhandlungen

76%

76% der Länder haben das Tarifverhandlungsrecht verletzt.

Gegenüber 72% im Jahr 2021

Recht auf Tarifverhandlungen

Im Mai 2021 kürzte Santander Brasilien 40 führenden Gewerkschaftsmitgliedern und Beschäftigten der Bank das Gehalt um 55 Prozent, nachdem sie per Klage vor Gericht die Bezahlung ihrer Überstunden eingefordert hatten. Brasilien trägt den größten Teil der Gewinne des spanischen multinationalen Unternehmens Santander bei, aber statt ihren Mitarbeiter*innen das zu zahlen, was ihnen zusteht, hat die brasilianische Niederlassung der Bank sie herabgestuft und ihren Lohn um mehr als die Hälfte gekürzt. Die Bankangestellten zogen nach dieser willkürlichen Kürzung vor Gericht und konnten ein Urteil erwirken, mit dem ihre Hierarchiestufe und ihre Gehälter wieder angehoben werden sollte. Die Bank hat sich jedoch nicht an dieses Urteil gehalten, obwohl sie deswegen täglich Bußgelder zahlen muss.

Recht auf Tarifverhandlungen

In Uruguay forderten die Ärztegewerkschaft SMU (Sindicato Médico del Uruguay), der Internistenverband FEMI (Federación Médica del Interior) und die Gewerkschaft der Anästhesisten SAQ (Sindicato Anestésico Quirúrgico) ein dreigliedriges Treffen mit den Arbeitgebervertretern (IAMC) und dem Arbeitsministerium im April 2021. Sie verlangten die Umsetzung des Tarifvertrags, der erst fünf Monate zuvor, im Dezember 2020, abgeschlossen worden war.

Die IAMC (private Anbieter von medizinischen Leistungen in Montevideo und im Landesinneren) hatten ihre Zusage, dem medizinischen Personal Lohnzuschläge zu zahlen, nicht eingehalten.

Trotz der Bemühungen der Gewerkschaften haben sich die Arbeitgeber beharrlich geweigert, ihren Verpflichtungen aus dem Tarifvertrag nachzukommen. Trotz der Bemühungen der Gewerkschaften haben sich die Arbeitgeber beharrlich geweigert, ihren Verpflichtungen aus dem Tarifvertrag nachzukommen.

Recht auf Tarifverhandlungen

Im Jahr 2021 führte AB InBev Peru Personalumstrukturierungen durch, ohne die Gewerkschaften zu konsultieren.

Im Zuge dieser Umstrukturierung entließ das Unternehmen drei Generalsekretäre der Gewerkschaft: Luis Samán, José Gayoso und José Leiva sowie fünfzehn Arbeiter des Werks Nord in Motupe, Peru, die alle Mitglieder der streikenden Brauereigewerkschaft Backus sind.

Recht auf Tarifverhandlungen

Zwischen April und Mai 2021 streikten die Beschäftigten des Gesundheitswesens der Tesai-Stiftung, eines Krankenhausverbundes in der Region Itaipu (Paraguay), wegen Nichteinhaltung des Tarifvertrags durch den Arbeitgeber.

Mit Unterstützung ihrer Gewerkschaft, der Vereinigung der Bau- und Dienstleistungsarbeiter (Siconaps), forderten die Beschäftigten die Zahlung von Sozialleistungen, den Anspruch auf bezahlten Urlaub und Mutterschutz, die Bereitstellung von Sicherheitsausrüstung für das gesamte Personal sowie medizinische und andere im geltenden Tarifvertrag für Arbeitsbedingungen vorgesehene Garantien. Tesai hat die Forderungen ignoriert und weiterhin gegen die Vereinbarung verstoßen.

Recht auf Tarifverhandlungen

Verstöße gegen Tarifverträge waren in Kanada nach wie vor an der Tagesordnung.

So gingen bei der Arbeitsbehörde von Ontario insgesamt 355 Beschwerden wegen unlauterer Arbeitspraktiken ein. Die Hauptvorwürfe gegen die Arbeitgeber lauteten: „rechtswidrige Entlassung oder Diskriminierung von Arbeitnehmern aufgrund ihrer Gewerkschaftsarbeit, rechtswidrige Lohnänderung und Änderung der Arbeitsbedingungen sowie Verweigerung von Verhandlungen in gutem Glauben“.

Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu GewerkschaftenAusschluss Beschäftigter vom arbeitsrechtlichen Schutz

76%

76% der Länder haben Beschäftigte vom Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften ausgeschlossen.

Gegenüber 72% im Jahr 2021

Ausschluss Beschäftigter vom arbeitsrechtlichen Schutz

Auf den Bahamas war das Gefängnispersonal von den Rechtsvorschriften über das Vereinigungsrecht ausgeschlossen.

Ausschluss Beschäftigter vom arbeitsrechtlichen Schutz

Im Jahr 2021 gab es große Besorgnis angesichts der weit verbreiteten Verletzung von Arbeitnehmerrechten im Bereich des Business Process Outsourcing (BPO), also dem Auslagern von Unternehmensabläufen, in Jamaika, einer der am schnellsten wachsenden Branchen in der Karibik. Von den 40.000 BPO-Beschäftigten in Jamaika, deren Aufgaben vom Kundendienst über den technischen Support bis hin zum Vertrieb reichten, arbeiteten fast alle mit befristeten und Zeitverträgen. Kein einziges der über 70 auf der Insel tätigen Unternehmen hatte eine gewerkschaftliche Vertretung in ihren Betrieben zugelassen.

Tausende von jungen Beschäftigten wurden mit dem Versprechen guter Gehälter und qualifizierter Arbeit in einer hochtechnologischen, globalen Branche in Callcenter-Jobs gelockt, sahen sich aber nach Unterzeichnung der Verträge mit einer völlig anderen Realität konfrontiert: lange Arbeitszeiten, kurze oder gar keine Pausen in Stoßzeiten und ein Umfeld, in dem die Arbeitgeber nach Belieben einstellen und entlassen. Die Formulierungen in den Arbeitsverträgen deuteten darauf hin, dass eine gewerkschaftliche Organisierung und Tarifverhandlungen einen Entlassungsgrund darstellen.

In der Zwischenzeit profitierten die BPOs von besonderen Privilegien, da sie im Rahmen der Gesetzgebung für Sonderwirtschaftszonen (Freizonen) als „öffentliche Versorgungsbetriebe“ tätig waren. Diese Regelung führte zu einer Reihe von Steuererleichterungen und gewerkschaftsfeindlichen Gesetzen: So darf beispielsweise nur gestreikt werden, wenn die Gewerkschaften die Arbeitgeber sechs Wochen im Voraus informieren.

Ausschluss Beschäftigter vom arbeitsrechtlichen Schutz

Die Zuckerfabrik Taboga in der Provinz Guanacaste, dem wichtigsten Zuckerrohr-Anbaugebiet Costa Ricas, beschäftigt jedes Jahr Hunderte von Menschen, überwiegend aus dem benachbarten Nicaragua, als Erntehelfer.

Die örtliche Gewerkschaft SINTRAICA, eine Mitgliedsorganisation der IUL, forderte die Unternehmensleitung, das Arbeitsministerium und die zuständigen Behörden auf, die Arbeitnehmerrechte bei Ingenio Taboga, einem Unternehmen der Agrarindustrie, zu respektieren und die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen der Wanderarbeitskräfte zu verbessern, unter anderem durch die Einhaltung des Tarifvertrags über die Vergabe von Unteraufträgen und Leiharbeit. Für Wanderarbeitskräfte in dieser Branche ist es nach wie vor schwierig, einer Gewerkschaft beizutreten.

Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu GewerkschaftenGewerkschaftsfeindlichkeit

76%

76% der Länder haben Beschäftigte vom Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften ausgeschlossen.

Gegenüber 72% im Jahr 2021

Gewerkschaftsfeindlichkeit

Im Jahr 2021 führte Coca-Cola Uruguay eine Umstrukturierung durch, bei der sechzehn Personen in Montevideo und achtzehn Personen im Departement Salto entlassen wurden. Das Unternehmen behauptete, dass es diejenigen entlassen würde, gegen die in der Vergangenheit eine Disziplinarstrafe verhängt worden war.

In Wirklichkeit galt die Maßnahme nur den gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern in Salto. Während der 45-tägigen Verhandlungen versuchte die Gewerkschaft der Coca-Cola-Beschäftigten (STCC), sich für ihre Wiedereinstellung einzusetzen, erzielte jedoch keine Einigung mit Coca-Cola. Am 4. August 2021 beschloss die STCC einstimmig, für sieben Tage in den Ausstand zu treten.

Gewerkschaftsfeindlichkeit

Während der Pandemie nutzte die Unternehmensleitung von Luxottica im Produktions- und Vertriebszentrum McDonough in den USA eine vom Unternehmen herausgegebene App namens „LiveSafe“, um die Beschäftigten angeblich über COVID-19-Probleme am Arbeitsplatz zu informieren.

In Wirklichkeit diente die App als Plattform für die Unternehmensleitung, um gewerkschaftsfeindliche Nachrichten über angebliche „Risiken“ einer gewerkschaftlichen Organisierung zu versenden, wie beispielsweise, dass die Beschäftigten Lohn- und Sozialleistungen verlieren könnten, wenn sie eine Gewerkschaft gründen würden. Neben der App richtete die Unternehmensleitung eine gewerkschaftsfeindliche Website ein, auf der die Gewerkschaften verunglimpft und negative Konsequenzen für den Fall angedroht wurden, dass die Beschäftigten eine Beitrittserklärung unterschrieben. Das Unternehmen stellte außerdem gewerkschaftsfeindliche Berater ein und verlangte von den Beschäftigten die Teilnahme an obligatorischen, gewerkschaftsfeindlichen Zwangsversammlungen, bei denen die Gewerkschaftsanhänger keine Gelegenheit zur Stellungnahme hatten.

Am 15. Juli 2021 reichten nationale und internationale Gewerkschaftsgruppen im Rahmen der Leitlinien für multinationale Unternehmen der OECD eine Beschwerde ein, in der sie schwere Verstöße gegen die Vereinigungsfreiheit der Beschäftigten bei Luxottica USA beklagten. In dem Produktions- und Vertriebszentrum von Luxottica im Bundesstaat Georgia sind 2.000 Personen beschäftigt. Luxottica ist eine Abteilung der EssilorLuxottica-Gruppe, dem weltweit größten Anbieter von Sehhilfen und Brillen, der mit über 150.000 Beschäftigten auf der ganzen Welt einen globalen Markt bedient.

Gewerkschaftsfeindlichkeit

Im Jahr 2021 setzte Heinz-Glas Peru seine gewerkschaftsfeindliche Politik fort, um die Gewerkschaft aufzulösen und Tarifverhandlungen zu verhindern.

Das Unternehmen bot den Mitgliedern Hilfe bei ihrem Austritt an, besuchte sie sogar zu Hause, schickte ihnen das Austrittsschreiben, rief sie einzeln an, um sie zum Austritt zu bewegen. Zudem bot sie denjenigen, die sich für einen Austritt entscheiden würden, eine Stelle mit höherem Gehalt an.

Gewerkschaftsfeindlichkeit

Ende April 2021 entließ AB InBev La Constancia in El Salvador, eine der größten Brauereien der Welt, widerrechtlich 32 Beschäftigte, die allesamt Mitglieder der IUL-Mitgliedsgewerkschaft SITRACONSTA waren. Am 30. Juli 2021 entließ das Unternehmen 30 weitere gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte. Die Gewerkschaft forderte die sofortige Wiedereinstellung der zu Unrecht entlassenen Gewerkschaftsmitglieder, die Anerkennung der Gewerkschaft und die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Das Unternehmen weigerte sich konsequent, in Verhandlungen einzutreten, und begründete dies mit dem Zeitmangel aufgrund seiner Umstrukturierungspläne und Pandemiebekämpfungsmaßnahmen.

Während des gesamten Jahres 2021 hat La Constancia seine gewerkschaftsfeindliche Linie beibehalten und die Gewerkschaftsmitglieder eingeschüchtert. So wurde ihnen gesagt, die Entlassungen lägen in der Verantwortung von SITRACONSTA. Gleichzeitig wurde den Beschäftigten, die ihren Austritt aus der Gewerkschaft nachweisen konnten, eine Arbeitsplatzgarantie angeboten.

Recht auf bürgerliche Freiheiten

52%

52% der Länder haben Beschäftigte verhaftet und inhaftiert.

Gegenüber 56% im Jahr 2021

Recht auf bürgerliche Freiheiten

In den frühen Morgenstunden des 27. Mai 2021 führte die Polizei in mehreren Gemeinden des Departements Arauca (Kolumbien) gleichzeitig eine Operation durch.
Mehrere Gewerkschaftsführer der Arauca Campesino Association (ACA), einer Mitgliedsorganisation der FENSUAGRO, wurden dabei ohne Angabe von Gründen festgenommen: Anderson Rodríguez Rodríguez, Präsident der ACA; Jhon Alexander Romero, Vizepräsident und Menschenrechtssekretär der ACA; Camilo Espinel, Bildungssekretär der ACA und Ratsmitglied der Gemeinde Saravena; Fredy Camargo, Stadtrat von Fortul und Koordinator des Technischen Ausschusses des ACA; Ruth Pita, Stadträtin von Fortul und ACA-Mitarbeiterin; Helbert Alonso Ramírez Castro, ACA-Mitarbeiter und Buchhalter; und Samuel Acosta, ACA-Mitarbeiter und Ausschussmitglied in Tame Veredal.

Recht auf bürgerliche Freiheiten

Am 21. Oktober 2021 gingen chilenische Spezialeinheiten der Carabineros unter Einsatz von Schlagstöcken, Wasserwerfern und Pfefferspray brutal gegen die Verantwortlichen der sechzehn in der Mesa del Sector Público (MSP) zusammengeschlossenen Gewerkschaftsorganisationen vor.

Die Gewerkschaftsführer, darunter José Pérez Debelli, Vorsitzender der Nationalen Vereinigung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (ANEF), wurden festgenommen, aber nach einigen Stunden wieder freigelassen, nachdem die Gewerkschaftsorganisationen Druck auf die Regierung ausgeübt hatten. Die MSP-Vertreter übergaben der Regierung eine Liste mit Forderungen zur Lohnanpassung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Diese formelle Übergabe erfolgt jährlich und leitet den Prozess der Branchenverhandlungen der MSP ein, die rund 500.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes vertritt.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

36%

In 36% der Länder in der gesamtamerikanischen Region waren Beschäftigte gewaltsamen Angriffen ausgesetzt.

Gegenüber 40% im Jahr 2021

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Am 16. Juni 2021 wurden Edgar Alejandro Talento und Jaime Col Ical, Mitglieder der Betriebsgewerkschaft bei Fritolay Guatemala, von Unbekannten überfallen. Jaime blieb unverletzt, aber Edgar musste schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Im Februar 2022, als sich die Beschäftigten von Quironsalud, einer Tochtergesellschaft des deutschen multinationalen Konzerns Fresenius in Kolumbien, gewerkschaftlich organisierten und die Aufnahme von Tarifverhandlungen forderten, erhielten Julian Parra und Claudia López, zwei ihrer gewählten Vertreter*innen, Morddrohungen. López informierte die örtliche Polizei über diese Drohungen, und Parra sah sich gezwungen, das Land zu verlassen. Internationale Appelle an Fresenius, diese Drohungen öffentlich zu verurteilen, blieben bislang folgenlos.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Mitglieder der Krankenpflege-Gewerkschaft Asociación Nacional de Enfermeras y Enfermeros Auxiliares de Honduras (ANEEAH) sind auf die Straße gegangen, um gegen die Ermordung ihrer Kollegin Keyla Martínez am Vortag zu protestieren. Die Pflegeschülerin starb in Polizeigewahrsam.
Als Reaktion auf die Proteste schlugen Polizeibeamte die Beschäftigten brutal zusammen, darunter auch das Gewerkschaftsmitglied Agustín Sánchez, der schwere Verletzungen an der linken Schulter erlitt.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

In Honduras wurden im Oktober 2021 der Gewerkschaftsführer Darlin Oviedo, Vorsitzender der Bekleidungsarbeitergewerkschaft Sindicato de Trabajadores de la Compañía Jasper (SITRAJASPER), und der Generalsekretär der Gewerkschaft, Selvin Peña, immer wieder von nicht identifizierten Männern verfolgt.
Oviedo wurde sogar von einem schwer bewaffneten Motorradfahrer verfolgt, der drohte, ihn zu erschießen. Doch glücklicherweise konnte sich der Gewerkschaftsführer durch den Verkehr schlängeln und entkommen. Die Drohungen begannen, als die Arbeiter demonstrierten, um die Wiedereinstellung von Arbeitskräften in der Bekleidungsfabrik zu fordern, nachdem die COVID-19-Beschränkungen gelockert worden waren.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Vor der Freihandelszone SONAPI in Port-au-Prince, Haiti, hat die Polizei am 10. Februar 2022 den zweiten Tag in Folge Tränengas eingesetzt und mit Schlagstöcken auf Demonstranten eingeschlagen. Streikende Arbeitskräfte forderten von Premierminister Ariel Henry eine Anhebung des Mindestlohns in der Bekleidungsindustrie von 500 Gourdes pro Tag (4,80 US-Dollar) auf 1.500 Gourdes.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Am 30. August 2021 erhielten Mitglieder des Sindicato de Trabajadores General Portuario, SINTRAGENPORT, der staatlichen Hafengesellschaft Santo Tomás de Castilla Morddrohungen von unbekannten Anrufern. Alle bedrohten Gewerkschafter waren Mitglieder des Verwaltungsrats: Victor Oliva, Generalsekretär; Marcos Eliú Castellanos Nufio, stellvertretender Generalsekretär; Edwin Martínez, Sekretär für Finanzen; Rafael Aquino, Beauftragter für gewerkschaftsübergreifende Beziehungen; Arturo Arzú, Referent für Sozialvorsorge; José Eduardo Saldaña, Referent für Sport; und Melvin Larios, Referent für den Beratungsausschuss. Die Gewerkschaft hatte Unregelmäßigkeiten und Korruptionsfälle bei der Auftragsvergabe angeprangert.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Am 31. März 2022 erhielten Carlos Mancilla und seine Familienmitglieder anonyme Anrufe, in denen sie gewarnt wurden, dass man sie beobachte, und in denen jede Person der Familie namentlich genannt wurde.
Sie schickten ein Foto von Mancillas Haus und sagten, dass sie seine Tochter verfolgt hätten, sie aber nicht umgebracht hätten.

Mancilla ist Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes CUS-G, Vorsitzender der Dreiparteienkommission für Arbeitsbeziehungen und Vereinigungsfreiheit in Guatemala und ordentliches Mitglied des IGB-Vorstandes. Diese Vorfälle haben sich in einem Kontext zunehmender Unsicherheit und Angriffe auf die Gewerkschaftsbewegung in Guatemala und zusätzlich zu einer Flut ungelöster Arbeitskonflikte und einer Kampagne zur Diskreditierung und Stigmatisierung von Arbeitnehmervertreter*innen ereignet.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Am 12. August 2021 wurden die Gewerkschaftsführer der Nationalen Gewerkschaft der Lebensmittelarbeiter in Kolumbien, SINTRAIMAGRA und SINALTRAINAL, in Bugalagrande, Valle, bedroht.
Als der Sekretär den Sitz der SINTRAIMAGRA in Bugalagrande betrat, fand er einen Umschlag mit einem Flugblatt mit der Aufschrift Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia und darunter das Logo von Las Águilas Negras, Bloque Occidental de Colombia, sowie ein USB-Stick, in dem die folgenden Gewerkschafter als „militärische Ziele“ angegeben waren: Edwin Mejía, Francisco Vásquez, Fernando Castaño, Carlos Soto, Juan Camilo Jaramillo, Andrés Rubio, Onofre Esquivel, Wilson Riaño, Luis Herbert Peñaloza, Frank Acevedo, Gustavo Bedoya und Martin Agudelo.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Am 29. April 2021 zeichnete ein Lehrer und Aktivist der Vereinigung der Lehrer von Antioquia (Adida) während einer Demonstration in der Gemeinde Copacabana, Antioquia (Kolumbien), eine Polizeiaktion mit seiner Handykamera auf.
Daraufhin wurde er von Polizisten angegriffen, die ihm sein Mobiltelefon abnahmen und ihn schlugen. Als er später beim Polizeipräsidium sein Mobiltelefon abholen wollte, wurde er willkürlich festgenommen.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

In Kolumbien wurde der Gewerkschaftsvorsitzende Roberto Coria, der sich um seine Wiederwahl bemühte, am 25. November 2021, dem Vorabend der Vorstandswahlen der Maschinenarbeiter- und Kranführer-Gewerkschaft Sindicato de los Guincheros, Maquinistas y Grúas Móviles, Opfer eines Mordanschlags vor seiner Wohnungstür, wo er angeschossen und verletzt wurde.

Tage zuvor hatte es einen ähnlichen Anschlag auf ihn gegeben, der vereitelt wurde, weil die Waffe des Angreifers nicht richtig zündete.
Die Anschläge auf Coria standen im Zusammenhang mit den Gewerkschaftswahlen, und es wird vermutet, dass die Anschläge von einer gelben Gewerkschaft verübt wurden, die von den Arbeitgebern unterstützt wird.

Rede- und Versammlungsfreiheit

24%

24% der Länder in Gesamtamerika haben die Rede- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt.

Gegenüber 20% im Jahr 2021

Rede- und Versammlungsfreiheit

Während des gesamten Jahres 2021 haben die Beschäftigten im Gesundheitswesen mehrfach gegen das am 4. Februar 2021 verabschiedete Gesundheitsnotstandsgesetz protestiert, das Streiks und Proteste der Beschäftigten im Gesundheitssektor verbietet. Dieses Gesetz wurde ohne Zustimmung der Beschäftigten verabschiedet. Die Gewerkschaftsorganisationen haben Garantien dafür gefordert, dass sie ihre Arbeit unter menschenwürdigen Bedingungen verrichten können und die Vereinigungsfreiheit gewährleistet ist, doch ihre Forderungen wurden nicht berücksichtigt.

Morde

Arbeitnehmer*innen wurden ermordet in Kolumbien, Ecuador, Guatemala und Haiti.

Morde

Am 14. Mai 2021 wurde Felipe Andrés Pérez Pérez, führendes Mitglied der SINALTRAINAL-Ortsgruppe der Gewerkschaft im Stadtteil Envigado, in Medellín ermordet, als er nach einer Kundgebung im Zusammenhang mit einem landesweiten Streik nach Hause gehen wollte.

Morde

Am Morgen des 26. November 2021 verrichtete Clemito Rengifo Salazar, Mitglied des Sindicato de Maestros de Nariño (SIMANA), seinen Dienst als Erzieher in der Schule Francisco de Asís Madrigal in Policarpa (Departamento Nariño), als Unbekannte ihn im Beisein seiner Schüler*innen aus der Schule verschleppten. Seine Leiche wurde später in den Nachmittagsstunden gefunden.

Morde

Am 23. Februar 2022 wurden in Port-au-Prince, Haiti, ein Journalist getötet und fünf Beschäftigte verletzt, als die Polizei das Feuer auf friedliche Demonstranten eröffnet hat. Diese hatten sich gegen die Höhe der von der Regierung nach wochenlangen Protesten angekündigten spärlichen Lohnerhöhung ausgesprochen.
Die Lebenshaltungskosten in Haiti sind in den letzten Jahren stetig gestiegen, und Gewalt hat das Land durchdrungen, da Banden oft mehr Macht haben als die Regierung.

Morde

Am 7. Mai 2021 wurde die 35-jährige Cinthia del Carmen Pineda Estrada vor ihrem Haus im Stadtteil Chaparro Zacapa (Guatemala) erschossen. Estrada war Grundschullehrerin und Vorsitzende der Gewerkschaft Sindicato de Trabajadores de la Educación de Guatemala (STEG). Die Staatsanwaltschaft hat keine Angaben zu den Tätern oder den Hintergründen dieses Verbrechens gemacht.

Morde

In Ecuador wurde Sandro Arteaga Quiroz, Sekretär der Gewerkschaft der Bediensteten der Provinzregierung Manabí, am 24. Januar 2022 auf einer Landstraße getötet, als er aus seinem Lastwagen stieg.

Quiroz, der zum Zeitpunkt des Angriffs mit einem seiner Söhne unterwegs war, wurde von Unbekannten mit mindestens zwei Schüssen in den Kopf getötet, die dann entkommen sind.

Der Anführer hatte am Vortag und bis wenige Stunden vor dem Mord telefonisch Morddrohungen erhalten.

Die Nationalpolizei fahndete am Boden und in der Luft nach den Attentätern, Bisher gab es noch keine Verhaftungen.

Morde

In Kolumbien sind in diesem Jahr dreizehn Gewerkschaftsmitglieder Opfer von gezielten Mordanschlägen geworden.

Am 11. August 2021 wurde Carlos Fredy Londoño Bautista, Mitglied der Adem-Fecode-Mitgliedsorganisation Asociación de Educadores del Meta, ermordet, als er seinen Arbeitstag in Fuente de Oro, Meta, beginnen wollte. Am Morgen des 11. August ging Carlos Freddy zu der Schule, in der er arbeitete, und wurde auf dem Weg dorthin von Attentätern auf einem Motorrad angegriffen. Sie schossen vor den Augen einiger seiner Schüler vier Mal auf ihn.

In Honduras wurden arbeitende Menschen im Zuge einer generellen Verschlechterung der Arbeitnehmerrechtslage auf dem amerikanischen Kontinent gewaltsam angegriffen.Orlando Sierra / AFP

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