Afrika

3,76

Regelmäßige Rechtsverletzungen

Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr

Burundi, die Zentralafrikanische Republik, Somalia und Südsudan waren nach wie vor von internen Konflikten geplagt, durch die sich die humanitäre Lage weiter verschlechtert hat und Millionen Menschen ohne ein Mindestmaß an Schutz dastanden.

Das Jahr 2022 war geprägt von einer Reihe von Staatsstreichen in Burkina Faso, Guinea, Mali, Tschad und Sudan, wodurch die bürgerlichen Freiheiten der Beschäftigten, unter anderem das Recht, sich friedlich zu versammeln und Zugang zur Justiz zu erhalten, stark eingeschränkt wurden.

Auf einen Blick

95%

95% der Länder haben das Streikrecht verletzt.

Unverändert gegenüber 2021
95%

95% der Länder haben Beschäftigte vom Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften ausgeschlossen.

Gegenüber 90% im Jahr 2021
93%

93% der Länder haben das Tarifverhandlungsrecht verletzt.

Gegenüber 95% im Jahr 2021
90%

90% der Länder in Afrika haben Beschäftigten den Zugang zur Justiz verweigert.

Gegenüber 76% im Jahr 2021
79%

79% der Länder haben die Zulassung von Gewerkschaften behindert.

Unverändert gegenüber 2021
45%

45% der Länder in Afrika haben die Rede- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt.

Gegenüber 50% im Jahr 2021
36%

36% der Länder haben Beschäftigte verhaftet und inhaftiert.

Unverändert gegenüber 2021
31%

In 31% der Länder in Afrika waren Beschäftigte Gewalt ausgesetzt.

Gegenüber 33% im Jahr 2021

In Eswatini, Lesotho und Südafrika wurden Beschäftigte ermordet.

Arbeitnehmerrechtsverletzungen

StreikrechtStrafverfolgung führender Gewerkschaftsvertreter*innen wegen Streikbeteiligung

95%

95% der Länder haben das Streikrecht verletzt.

Unverändert gegenüber 2021

Strafverfolgung führender Gewerkschaftsvertreter*innen wegen Streikbeteiligung

Als im November 2021 im Sudan zwei Tage des zivilen Ungehorsams und ein Streik aus Protest gegen den Militärputsch begannen, wurden fast 100 Lehrkräfte verhaftet. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen die Beschäftigten ein, die vor dem Gebäude des Bildungsministeriums des Bundestaats Khartum protestierten. Viele wurden verprügelt, und mindestens einer Lehrerin, der Schulleiterin, wurde das Bein gebrochen.

Siebenundachtzig Lehrkräfte wurden verhaftet und in das Militärhauptquartier gebracht, nachdem die Staatsanwaltschaft ihre Freilassung auf Kaution abgelehnt hatte.

In Neyala, der Hauptstadt von Süd-Darfur, stürmten unbekannte Männer in Zivil die Wohnungen von Lehrkräften und nahmen fünf weitere Pädagogen fest, darunter Gamal Margan, der für die Ausbildung von Viehhirten zuständig ist. Am 8. November 2021 stürmten Militärs auch das Ministerium für Sekundarschulen in Karray und setzten eine neue, militärfreundliche Leitung ein.

StreikrechtEntlassungen wegen Streikbeteiligung

95%

95% der Länder haben das Streikrecht verletzt.

Unverändert gegenüber 2021

Entlassungen wegen Streikbeteiligung

Nach einem 48-stündigen Streik der Lehrkräfte in Togo, bei dem sie die Regierung zur Rückzahlung ihrer Sonderzulage aufforderten, wurden 1192 Schulleiter herabgestuft. Am 4. November 2021 ordnete der Minister für Primar- und Sekundarschulbildung, technische Ausbildung und Handwerk an, rund 1.000 Schulleiterstellen zu besetzen und die Lehrkräfte aufzufordern, ihren Platz im Klassenzimmer wieder einzunehmen.

Entlassungen wegen Streikbeteiligung

Nach einem monatelangen Streik wegen unsicherer Arbeitsbedingungen wurden vier Mitglieder der National Emancipated and Allied Workers' Union of South Africa (NEAWUSA) am 2. Mai 2021 von OVK, einem Mühlenunternehmen in Tweespruit, Südafrika, suspendiert. Die Beschäftigten hatten versucht, den Arbeitgeber auf Sicherheitsbedenken aufmerksam zu machen, nachdem es zu mehreren schweren Unfällen und Verletzungen gekommen war.

Entlassungen wegen Streikbeteiligung

In Südafrika wurden 500 Beschäftigte von der Steve Tshwete Local Municipality entlassen, weil sie angeblich an einem illegalen Streik teilgenommen hatten. Die Angestellten im öffentlichen Dienst forderten die Anpassung ihrer Gehälter in allen Bereichen und traten am 21. September 2021 in den Streik. Den Beschäftigten wurde ein Ultimatum von 48 Stunden gesetzt, innerhalb dessen sie am 8. November an ihren Arbeitsplatz zurückkehren sollten, und als sie nicht zurückkehrten, wurde ihnen die Kündigung ausgesprochen. Eine Woche später wurden die Beschäftigten nach Intervention der SA Municipal Workers' Union (SAMWU) und der COSATU wieder eingestellt.

Entlassungen wegen Streikbeteiligung

Im November 2021 entließ die Agentur Employment Placement and Services Namibia (EPSN) 43 Beschäftigte, die seit dem 12. Oktober gestreikt hatten, und bezeichnete ihre Aktion als illegal.

Entlassungen wegen Streikbeteiligung

Dockarbeiter in Liberia waren sieben Monate lang arbeitslos, nachdem die Geschäftsführung von APM Terminals Monrovia (APMT) im Oktober 2020 24 von ihnen suspendiert und aus dem Werksgelände des Unternehmens ausgesperrt hatte. Sie hatten zuvor gegen die Arbeitsbedingungen protestiert. Mit Unterstützung der Hafenarbeitergewerkschaft (DOWUL) hatten die Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen gefordert, u.a. unbezahlten Urlaub, bessere Arbeitszeiten, eine Krankenversicherung und Essensgeld.

Der Kampf dauerte über Monate an. Viele andere Arbeiter unterstützten ihre suspendierten Kollegen und schlossen sich ihren Forderungen an.

Am 21. April 2021 gab das liberianische Arbeitsministerium seine Entscheidung bekannt, dass APMT „seine Anschuldigungen gegen die 24 suspendierten Beschäftigten nicht bewiesen“ habe, und forderte die Wiedereinstellung der Beschäftigten. APMT weigerte sich immer noch, sie wieder einzustellen, und am 4. Mai 2021 erging ein weiteres Schreiben des liberianischen Justizministers, in dem APMT aufgefordert wurde, der Entscheidung der Regierung unverzüglich und bedingungslos nachzukommen. Am 7. Mai 2021 lenkte APMT schließlich ein, und die Beschäftigten kehrten an ihren Arbeitsplatz zurück, und zwar in dem klaren Bewusstsein, dass die Regierung von APTM erwartete, dass sie sich um eine Lösung für alle ihre Anliegen bemühen würde.

Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu GewerkschaftenAusschluss Beschäftigter vom arbeitsrechtlichen Schutz

95%

95% der Länder haben Beschäftigte vom Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften ausgeschlossen.

Gegenüber 90% im Jahr 2021

Ausschluss Beschäftigter vom arbeitsrechtlichen Schutz

Die Gesetzgebung in Ruanda verbietet es politischen Amtsinhaber*innen und Bediensteten der Sicherheitsdienste nach wie vor, Gewerkschaften zu gründen und ihnen beizutreten.

Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu GewerkschaftenGewerkschaftsfeindlichkeit

95%

95% der Länder haben Beschäftigte vom Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften ausgeschlossen.

Gegenüber 90% im Jahr 2021

Gewerkschaftsfeindlichkeit

In Südafrika traten rund 100 Beschäftigte der Rhodes-Universität am 10. August 2021 in den Ausstand, nachdem die Hochschule ihre Gewerkschaft, die National Union of Public Service and Allied Workers (NUPSAW), nicht anerkannt hatte. Die NUPSAW, in der mehr als 10% der Universitätsbeschäftigten organisiert sind, hatte sich am 29. April 2021 an die Universität gewandt und ihre Anerkennung verlangt, die auch das Recht umfasst, Mitglieder zu organisieren und zu werben sowie Sitzungen auf dem Campus abzuhalten.

Auf die Frage, warum die Universität die Gewerkschaft nicht anerkennen wolle, erklärte ihr leitender Kommunikationsbeauftragter unter offenkundigem Verstoß gegen die südafrikanischen Gesetze, die NUPSAW sei nicht ausreichend repräsentativ.

Gewerkschaftsfeindlichkeit

Im Juni 2021 entließ das Brauereiunternehmen Société des Brasseries du Mali (BRAMALI) gezielt führende Gewerkschaftsmitglieder, wie u.a. den stellvertretenden Generalsekretär, den Sekretär für Kommunikation und den Finanzsekretär.

Mehrere andere führende Gewerkschafter standen auf der Warteliste für ihre Entlassung und sollten nach acht Tagen entlassen werden. Die Entlassungen erfolgten inmitten eines gewerkschaftlichen Kampfes bei BRAMALI nach einem dreitägigen Streik im Mai 2021.

Gewerkschaftsfeindlichkeit

Die Beschäftigten von Style Industries Ltd, einem Hersteller von Kunsthaar, kämpfen seit 2015 für die Anerkennung ihrer Gewerkschaft, der Kenyan Union of Hair and Beauty Workers (KUHABWO). KUHABWO hat 3.811 der 6.000 Beschäftigten als Mitglieder gewonnen, darunter 85% Frauen, aber das Unternehmen tat alles, um Gewerkschaftsmitglieder zu schikanieren und zu entmutigen. Wenn Gewerkschaftsvertreter*innen in den Pausen oder während der Mittagspause kamen, um neue Mitglieder anzuwerben, setzte der Arbeitgeber die Polizei ein, um die Beschäftigten zu schikanieren und zu verhaften und sie daran zu hindern, mit den Gewerkschaftsvertretern zu sprechen.

Der Konflikt geriet bei der Schlichtung in eine Sackgasse, und der Fall ging an das Gericht für Beschäftigung und Arbeitsbeziehungen, das 2017 eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen erließ. Darin wurde Style Industries angewiesen, „Schikane, Einschüchterung, Nötigung, Belästigung und unlautere Arbeitspraktiken“ zu unterlassen und den Fall vor Gericht abschließen zu lassen. Außerdem sollte das Unternehmen aufhören, Verträge zu kündigen und Beschäftigte aufgrund ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft zu entlassen.

Trotz des Gerichtsbeschlusses setzte das Unternehmen seine gewerkschaftsfeindliche Taktik fort und entließ im Mai 2021 weitere 150 Gewerkschaftsmitglieder. Denjenigen, die sich davon nicht abschrecken ließen und Gewerkschaftsmitglieder blieben, wurde mit Entlassung gedroht.

Im Juni 2021 wurde eine Solidaritätskampagne gestartet, um auf die gewerkschaftsfeindlichen Taktiken des Unternehmens aufmerksam zu machen.

Gewerkschaftsfeindlichkeit

Seit Oktober 2020 bemühen sich Amadou Diallo und Alhassane Diallo, Generalsekretär bzw. stellvertretender Generalsekretär der Gewerkschaft der Beschäftigten im Hotel Sheraton Grand Conakry, um ihre Wiedereinstellung nach erfolgter gewerkschaftsfeindlicher Entlassung. Trotz internationaler Solidaritätskampagnen und einer Beschwerde bei der ILO hat sich die Hotelleitung hartnäckig gegen ihre Wiedereinstellung gewehrt. Die Beschäftigten des Sheraton Grand Conakry, des größten Hotels in Guinea, hatten im März 2019 begonnen, sich gewerkschaftlich zu organisieren, um auf niedrige Löhne, unbezahlte Überstunden und eine fehlende gesundheitliche Versorgung zu reagieren. Der langwierige Prozess endete mit einer erfolgreichen Gewerkschaftswahl am 11. Februar 2020. Während dieser Zeit versuchte die Hotelleitung mit allen Mitteln, die Wahl zu verhindern, und ließ in einem offenkundig gewerkschaftsfeindlichen Akt die beiden Gewerkschaftsführer widerrechtlich entlassen.

Recht auf Tarifverhandlungen

93%

93% der Länder haben das Tarifverhandlungsrecht verletzt.

Gegenüber 95% im Jahr 2021

Recht auf Tarifverhandlungen

Die National Union of Metal and Allied Industries of Zimbabwe (NUMAIZ) protestierte gegen die Verletzung von Arbeitnehmerrechten bei dem in chinesischem Besitz befindlichen Unternehmen Afrochine Smelting und gegen die völlige Nichteinhaltung von Gesetzen bzw. bestehenden Tarifverträgen. Im vergangenen Jahr hat Afrochine die Löhne nicht fristgerecht gezahlt und 33 Beschäftigte einseitig und ohne vorherige Konsultation der Gewerkschaft entlassen. Die Schlichtungsbemühungen beim Nationalen Arbeitsrat der Eisenlegierungsindustrie - einer Plattform für den sozialen Dialog - scheiterten, da die Vertreter von Afrochine nicht zu einer Sitzung am 22. September 2021 erschienen.

Die Beschäftigten von Afrochine leben in Angst, haben keinen sicheren Arbeitsplatz und werden tagtäglich von ihren Vorgesetzten gedemütigt und verprügelt. Jeder Versuch, Missstände zu melden, wird mit sofortiger Entlassung bestraft.

Afrochine ist eine Tochtergesellschaft des weltweit größten Herstellers von Edelstahlprodukten, der Tsingshan Holding Group, die an der Londoner Metallbörse gehandelt wird. In dem rund 75 Kilometer von Harare entfernten Ferrochromwerk sind über 1.500 Menschen beschäftigt.

Recht auf Tarifverhandlungen

Am 21. April 2021 erschien die South African Municipal Workers' Union (SAMWU) vor Gericht gegenüber Rand Water, nachdem das Unternehmen versucht hatte, einen von der Gewerkschaft initiierten so genannten geschützten Streik zu verbieten. Die SAMWU hatte sich zu einem solchen unbefristeten Streik entschlossen, nachdem der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten einseitig geändert und insbesondere die Leistungsprämien gestrichen hatte, die die Beschäftigten seit siebzehn Jahren erhalten hatten. Die Gewerkschaft hatte mehrmals versucht, mit der Geschäftsführung von Rand Water zusammenzutreffen, um sie zu einem Überdenken ihrer Entscheidung zu bewegen, jedoch ohne Erfolg.

Recht auf Tarifverhandlungen

Rund 11.000 Beschäftigte der Kommunalverwaltung in der kenianischen Hauptstadt Nairobi streikten am 13. Oktober 2021 aus Protest gegen die Nichtanwendung eines Tarifvertrags aus dem Jahr 2013. Die Beschäftigten beklagten jahrelang unter anderem fehlende Aufstiegsmöglichkeiten, immer wieder verzögerte Gehaltszahlungen und die Nichtabführung von gesetzlichen Abzügen. Ein weiterer Beschwerdepunkt war das Fehlen persönlicher Schutzausrüstung und seit Juli 2021 sind mindestens 11.000 Beschäftigte der Region nicht mehr krankenversichert.

Nach zwei Tagen wurde der Kenya County Government Workers' Union (KCGWU) mitgeteilt, dass ihre Mitglieder zur Arbeit zurückkehren könnten. Die Gewerkschaft hoffte, dass die Zusagen zu den wichtigsten Forderungen der Beschäftigten eingehalten würden, aber die Regierung hatte diesen Forderungen bereits früher zugestimmt und sie wiederholt nicht eingehalten.

Anfang Februar 2022 traten die Probleme erneut auf, und die Beschäftigten setzten der Stadtverwaltung für die Zahlung von mehr als 560 Mio. KSh an ausstehenden Gehältern und die Abführung der vorgeschriebenen Sozialabgaben eine Frist von 21 Tagen, andernfalls würden sie Arbeitskampfmaßnahmen ergreifen.

Recht auf Gerechtigkeit

90%

90% der Länder in Afrika haben Beschäftigten den Zugang zur Justiz verweigert.

Gegenüber 76% im Jahr 2021

Recht auf Gerechtigkeit

Zwei Jahre nach ihrer ungerechtfertigten Entlassung bemühen sich Luximun Badal, Vorsitzender der Union of Post Office Workers Branch No. 2, und Shavindra Dinoo Sunassee, der ehemalige Vorsitzende der Airports of Mauritius Limited Employees Union, noch immer um ihre Wiedereinstellung.

Badal war am 18. Juni 2020 von Mauritius Post Ltd. entlassen worden, weil er angeblich eine einseitige Versetzung abgelehnt hatte. Zuvor war es zu Streitigkeiten über die Aushandlung eines neuen Tarifvertrags für die Postbediensteten gekommen, nachdem der vorherige Vertrag am 31. Dezember 2017 ausgelaufen war. Sunassee wurde einige Tage später von der Airports of Mauritius Ltd. entlassen, nachdem die Geschäftsleitung mehrfach versucht hatte, die Bedingungen eines Tarifvertrags einseitig zu ändern, wogegen sich Sundassee wehrte.

Recht auf Gewerkschaftsaktivitäten

79%

79% der Länder haben die Zulassung von Gewerkschaften behindert.

Unverändert gegenüber 2021

Recht auf Gewerkschaftsaktivitäten

Durch einen Erlass des Souveränen Rates vom 14. Dezember 2019 wurden alle Gewerkschaften und Berufsverbände im Sudan aufgelöst und das gesamte Eigentum und Vermögen der Gewerkschaften beschlagnahmt.

Seitdem und insbesondere nach dem Militärputsch im Oktober 2021 sind unabhängige Gewerkschaften nicht mehr in der Lage, in dem Land zu arbeiten.

Rede- und Versammlungsfreiheit

45%

45% der Länder in Afrika haben die Rede- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt.

Gegenüber 50% im Jahr 2021

Rede- und Versammlungsfreiheit

Am 1. Mai 2021 wurden die Maifeierlichkeiten des Bezirksverbands Chitungwiza des Zimbabwe Congress of Trade Unions (ZCTU) von der Polizei verhindert. Einsatzkräfte kamen zum Veranstaltungsort, schikanierten die Beschäftigten, verweigerten ihnen den Zutritt zum Saal und drohten mit Verhaftung. Der anwesende ZCTU-Regionalvertreter verlangte von der Polizei eine schriftliche Erklärung für das Verbot der Veranstaltung, was der leitende Kommissar jedoch ablehnte.

Der ZCTU erlebt bereits seit langem viele solcher Situationen.
Personen, die vom Büro des Präsidenten oder von der Polizei selbst geschickt werden, unterbrechen ZCTU-Aktivitäten, belästigen und vertreiben Beschäftigte oder verlangen, Programme zu sehen oder an den Sitzungen teilzunehmen.

Rede- und Versammlungsfreiheit

Am 20. Oktober 2021 trafen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, die eine Petition beim Ministerium für den öffentlichen Dienst abgeben wollten, nach eigenen Angaben auf ein „beispielloses Ausmaß an Gewalt“. In der Petition forderten sie eine Gehaltsüberprüfung für 2021, ein Ende der Prekarisierung des öffentlichen Dienstes, ein Stopp der Privatisierung des öffentlichen Dienstes und ein Ende des Diffamierens der Gewerkschaften. Der nationale Polizeipräsident verbot den Marsch aus Gründen der „nationalen Sicherheit“ sowie der „öffentlichen Sicherheit und Ordnung“. Als sich die Beschäftigten versammelten, um zu marschieren und die Petition zu übergeben, nachdem sie alle erforderlichen Protokolle befolgt hatten, trieb die Polizei die Beschäftigten mit Tränengas, Betäubungsgranaten und Gummigeschossen auseinander. Zwei Busse mit Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, darunter Mitglieder der Swaziland National Association of Teachers (SNAT) und der Swaziland Democratic Nurses Union (SDNU), wurden von der Polizei angehalten und mit Tränengas beschossen. Die Türen des Busses wurden geschlossen. Als die Beschäftigten versuchten, den Bus zu verlassen, wurde auf sie geschossen.

Schließlich wurden die hinteren Fensterscheiben eingeschlagen, und die Arbeiter konnten entkommen. Berichten zufolge wurden insgesamt 36 Personen verletzt, und ein junger Passant wurde getötet. Anderen Berichten zufolge wurden bei den Ausschreitungen in der Hauptstadt Eswatinis, Mbabane, und in der Stadt Manzini mindestens 80 Menschen verletzt.

Rede- und Versammlungsfreiheit

Im Dezember 2021 verweigerte der Stadtrat von Mbabane, Eswatini, den Gewerkschaften des öffentlichen Sektors, zu denen auch die Swaziland National Association of Teachers (SNAT) gehört, die Erlaubnis, durch die Stadt zu marschieren, um eine Petition an das Ministerium für den öffentlichen Dienst zu übergeben.

Das Schreiben der Stadtverwaltung bezog sich auf eine Anordnung des Ministeriums für Wohnungsbau und Stadtentwicklung vom 21. Oktober 2021, „die Erteilung von Genehmigungen für alle Kundgebungen in städtischen Gebieten auf unbestimmte Zeit auszusetzen“.

Rede- und Versammlungsfreiheit

Seit Mai 2021 finden in Eswatini Pro-Demokratie-Proteste statt, bei denen Gewerkschaften und andere zivilgesellschaftliche Gruppen demokratische Wahlen und ein Ende der absoluten Monarchie in dem Land fordern, die politischen Parteien die Teilnahme an Wahlen verbietet. Während dieser Proteste wurden schätzungsweise 72 Demonstrierende von der Polizei und den Regierungskräften getötet. Hunderte wurden verletzt, und einige werden noch vermisst. Einige Aktivist*innen sind untergetaucht, andere sind ins Exil geflohen. In einer Erklärung vom 18. Oktober 2021 erklärte der Handelsminister von Eswatini, Mancoba Khumalo, dass Arbeitnehmern der Verlust ihres Arbeitsplatzes drohe, wenn sie sich an den pro-demokratischen Protesten gegen König Mswati beteiligten.

Rede- und Versammlungsfreiheit

Nach dem Staatsstreich im Januar 2022 versuchten die Gewerkschaften in Burkina Faso, eine Kundgebung zu organisieren. Sie wurden jedoch von der Militärjunta daran gehindert. Seitdem sind die Gewerkschaften nicht mehr in der Lage, kollektive Aktionen zu organisieren.

Recht auf bürgerliche Freiheiten

36%

36% der Länder haben Beschäftigte verhaftet und inhaftiert.

Unverändert gegenüber 2021

Recht auf bürgerliche Freiheiten

Der Generalsekretär der Confédération Syndicale du Congo (CSC), Fidèle Kiyangi Matangila, der auch für die Centrale des Travailleurs des Banques et Institutions Financières, veranwortlich und Vorsitzender der Intersyndicale nationale de l'administration publique (INAP) ist, wurde im Verwaltungsgebäude des öffentlichen Dienstes verhaftet.

Die Festnahme durch die Sicherheitskräfte erfolgte im Anschluss an eine Protestaktion von Gewerkschaftsmitgliedern gegen die Nichtzahlung von Löhnen und Prämien über einen Zeitraum von vier Monaten durch den Finanzdienstleister.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

31%

In 31% der Länder in Afrika waren Beschäftigte Gewalt ausgesetzt.

Gegenüber 33% im Jahr 2021

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Am 12. Januar 2022 protestierten Mitglieder der Amalgamated Rural Teachers' Union of Zimbabwe (ARTUZ) vor dem Gebäude der Nationalen Behörde für soziale Sicherheit (NSSA), wo die Sitzung des Nationalen Gemeinsamen Verhandlungsrats (NJNC) mit der Regierung und den Gewerkschaften stattfand. Die Demonstrant*innen forderten die Wiederanhebung ihrer Gehälter auf das Niveau von 2018, d.h. auf das Niveau, das sie vor der Einführung der Sparmaßnahmen durch die Regierung hatten. Als sich die Lehrer am Veranstaltungsort versammelten, kam die Polizei mit Gewehren und Schlagstöcken. Die Lehrkräfte wurden bedroht, angegriffen und mussten sich auf den Bauch legen. Sechzehn führende Mitglieder von ARTUZ wurden verhaftet, darunter der ARTUZ-Vorsitzende Obert Masaraure.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Seit dem 22. November 2021 streiken 5.000 Beschäftigte von Südafrikas größtem Molkereiunternehmen Clover, das sich im Besitz des israelischen Unternehmens Milco befindet, gegen Stellenabbau, Lohnkürzungen sowie wegen Gesundheits- und Sicherheitsbedenken. Die Antwort von Clover bestand darin, eine mit Militärfahrzeugen und Maschinengewehren bewaffnete private Polizeifirma zu engagieren, um die Beschäftigten einzuschüchtern und den Streik zu brechen.
Die Beschäftigten wurden bedroht, mit Benzinbomben und Gummigeschossen angegriffen. In den Nächten des 7. und 8. Januar 2022 wurden die Autos von zwei Streikenden mit Benzinbomben beschossen. In der Nacht zum 9. Januar besuchten fünf Pkw-Ladungen von Männern zwei streikende Arbeiter und forderten sie auf, den Streik zu beenden. In dieser Nacht erhielten drei weitere Streikende Drohanrufe und wurden aufgefordert, den Streik zu beenden.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Streikende Beamte unter der Führung des Vorsitzenden des Nigeria Labour Congress (NLC), Ayuba Wabba, wurden am 17. Mai 2021 von einem von Gouverneur El-Rufai mobilisierten Mob angegriffen, als sie friedlich von ihrem Recht auf Protest Gebrauch machten. Am 18. Mai 2021 gab die Regierung des Bundesstaates ihre Entscheidung bekannt, alle Beamten, die sich an einem so genannten unrechtmäßigen Streik beteiligt hatten, sofort zu entlassen.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Am 26. April 2021 hat die Polizei bei einem Arbeiterprotest im Industriegebiet Thetsane in Maseru, Lesotho, mit Gummigeschossen auf die Demonstranten geschossen, so dass drei Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.
Die Opfer gehörten zu einer Gruppe von Protestierenden, die sich in den Fabriken versammelt hatten, um eine Lohnerhöhung zu fordern.
Hunderte von Beschäftigten hatten Werkzeuge niedergelegt und einen Streikposten organisiert, der schließlich von bewaffneten Polizeibeamten brutal aufgelöst wurde.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Am 20. Mai 2021 ging die Polizei um 2.45 Uhr zum Haus von Barry Abdoulaye, dem Vorsitzenden der Telekommunikationsgewerkschaft (FESATEL) in Guinea, und bat um Einlass. Der Wachmann lehnte dies jedoch ab. Die Polizei forderte ihn auf, selbst hineinzugehen und ein Mitglied der Familie von Herrn Abdoulaye zu suchen, um mit der Polizei zu sprechen. Nachdem der Pförtner sich erneut geweigert hatte, verließ die Polizei schließlich das Gebäude. Dieser Vorfall ereignete sich, als FESATEL sich gegen den Plan der guineischen Regierung aussprach, im Land eine Steuer auf alle Mobiltelefonanrufe zu erheben, was sich negativ auf die Investitionen der Mobilfunkunternehmen und letztendlich auf die Beschäftigung auswirken würde.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Der Vorsitzende der Sektion der National Union of Teachers and Researchers (SNEC) der Omar-Bongo-Universität in Gabun, Professor Mathurin Ovono Ebe, wurde nach einer Mahnwache vor der Hochschule gegen 19 Uhr von bewaffneten Männern entführt, als er auf dem Heimweg war. Der Gewerkschafter wurde von Unbekannten brutal misshandelt und bedroht. Er erstattete Anzeige bei der Polizei.

Gewaltsame Angriffe auf Beschäftigte

Im Mai 2021 wurde Sipho Shiba, ein Busschaffner in Manzini, Eswatini, von drei Polizeibeamten angegriffen, als er an einem Protest von Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs teilnahm.
In den sozialen Medien wurde ein Video veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie die Polizeibeamten den Schaffner beleidigen und angreifen, ihn treten und mit Fäusten schlagen.
Shiba wurde am Ohr und am linken Arm verletzt. Am 2. Juni beschloss der Royal Eswatini Police Service, die drei Beamten zu suspendieren, bis ein Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet wird.

Morde

In Eswatini, Lesotho und Südafrika wurden Beschäftigte ermordet.

Morde

Am 19. Mai 2021 wurde Motselisi Manase, eine Fabrikarbeiterin, bei Protesten wegen der Löhne von der Polizei erschossen, als es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Fabrikarbeitern und der Polizei in Maseru, Lesotho, kam. Der Streik begann Mitte Mai 2021. Die Polizeikräfte gingen massiv gegen die Beschäftigten vor. Sie behaupteten, die Streikenden würden „gegen die Covid-19-Vorschriften verstoßen“. Um die Streikenden zu vertreiben, setzte die Polizei Wasserwerfer und scharfe Munition ein.

Morde

Am 20. Oktober 2021 marschierten Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und des Gesundheitswesens in Eswatini zum Justizministerium. Sie wollten eine Petition übergeben, in der sie eine Gehaltserhöhung, ein Ende der Prekarisierung und Privatisierung des öffentlichen Dienstes und ein Ende der Angriffe auf Gewerkschaften forderten. Die Demonstranten wurden von der Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen angegriffen. Zwei Busse, die Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zu der friedlichen Versammlung brachten, wurden ebenfalls von der Polizei angehalten und ihre Insassen mit scharfen Kugeln beschossen. Ein Student wurde von einem Irrläufer getötet.

Morde

Am 13. Oktober 2021 wurden bei Zusammenstößen mit der Polizei ein Busfahrer erschossen und ein weiterer verletzt, als die Fahrer an einem Lohnprotest in der Kleinstadt Malkerns in Eswatini teilnahmen. Nach dem Mord haben sich die Transportarbeiter den allgemeinen Protesten im Land angeschlossen, die demokratische Reformen forderten, und mehrere wichtige Straßen im Land blockiert. Am folgenden Tag erschoss die Polizei eine Person an einer Straßensperre in der Stadt Mpaka. Am 20. Oktober gingen die Sicherheitskräfte gegen Proteste in Mbabane und Manzini vor, töteten einen Menschen und verletzten mindestens 80 Personen, darunter 30 durch Schüsse. Am nächsten Tag verbot die Regierung alle Proteste und schaltete die soziale Medienplattform Facebook ab.

Morde

Am 19. August 2021 wurde Malibongwe Mdazo, Aktivist und Organisator der National Union of Metalworkers of South Africa (NUMSA), am helllichten Tag im Büro der Versöhnungs-, Schlichtungs- und Schiedskommission (CCMA) in Rustenburg ermordet. Er wurde vor den Augen der Öffentlichkeit erschossen, als er mit einer Gruppe von NUMSA-Mitgliedern das Büro der CCMA verließ. Die Täter feuerten mindestens zehn Kugeln ab.

NUMSA-Vertreter hatten im Rahmen des Überprüfungsverfahrens für NUMSA-Mitglieder bei Newrack, einem der Vertragsunternehmen von Impala Platinum Holdings (Implats), das den Großteil seiner Belegschaft in Rustenburg auslagert, an einem Schlichtungsverfahren bei der CCMA teilgenommen. Ein weiteres NUMSA-Mitglied und ein Passant wurden bei der Schießerei ebenfalls angeschossen und verletzt. Mdazo gehörte zu den Streikführern des jüngsten Streiks, bei dem die Gewerkschaft die Auftragnehmer von Implats aufforderte, der NUMSA Organisationsrechte zu gewähren.

Implats war für seine gewerkschaftsfeindliche Haltung berüchtigt, die sogar zur einseitigen Entlassung aller Interimsausschüsse der NUMSA führte.

In Burkina Faso gehen die Menschen auf die Straße, um gegen die Machtergreifung des Militärs im Januar 2022 zu protestieren. Seither werden die Gewerkschaften daran gehindert, kollektive Aktionen zu organisieren.Ebrahim Hamid / AFP

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